Das Medienhaus SGV Reprostudio GmbH im nordrhein-westfälischen Hilden geht neue Wege. Seit dem Spätsommer 2007 bewältigt eine GENIUS 52UV Offset-Druckmaschine der KBA-Metronic AG in Veitshöchheim/D Druckjobs, die für den Digitaldruck nicht wirtschaftlich sind. Und das bei gestochen scharfer Punktwiedergabe im frequenzmodulierten Raster. Der Vorteil ist klar: Bei reduzierten Produktionskosten (gegenüber dem konventionellen Offsetdruck) dem Kunden bessere Qualität bieten, als der Digitaldruck es erlaubt. Hinzu kommt der Zeitgewinn für den Besteller, denn nach dem Druck kann sofort verarbeitet und geliefert werden.
Das Unternehmen ist vor ca. 30 Jahren von Klaus-Werner Gottschalk als klassischer Reprobetrieb gegründet worden. Das Kerngeschäft ist die Medienproduktion, mit der man sich in der Vergangenheit einen Namen durch „Qualität und Zuverlässigkeit“ aufgebaut hat. „Früher“, so erzählt Sohn Olaf Gottschalk, „war die Arbeit gesplittet in klassische Offset-, Flexo- und Tiefdruck-Repro. Bei Letzterem entwickelte die Firma sehr viel Know-how, galt es doch im Tiefdruck bis zu acht Farbseparationen einzuhalten.“
Das Familienunternehmen in zweiter Generation besteht aus zwölf Mitarbeitern, davon zwei Auszubildenden (Mediengestalter, Fachrichtung Digitaldruck und Offsetdrucker). Bereits der Offsetdrucker-Azubi musste früh lernen, dass er es mit der Genius 52UV in seinem Ausbildungsbetrieb mit etwas ganz Besonderem zu tun hat: nämlich einer Druckmaschine, die sich wesentlich von konventioneller Offsettechnologie abhebt. Der Azubi berichtet öfters von Problemen seiner Mitschüler an konventionellen Druckmaschinen mit sogenannten „langen Farbwerken“, die ihm völlig unbekannt sind.
Als Folge der Einführung des Desktop-Publishing (DTP) sind klassische Repro-Aufträge nach und nach weggebrochen. Geschäftsführer Olaf Gottschalk dazu: „Heute sind die Arbeiten von früher lediglich Lückenfüller, soweit sie überhaupt noch nachgefragt werden“. Aber man hat den Puls der Zeit frühzeitig erkannt und sich Gedanken gemacht, wie man zu einem zweiten Standbein kommt.
Als Absolvent des Hauchler-Studios in Biberach an der Riß, war Olaf Gottschalk begeistert von seinem ehemaligen Technologielehrer Otto Wenkel. „Von seinen angehenden Drucktechnikerkollegen“, erinnert sich Olaf Gottschalk, „wurde er liebevoll nur „Superotto“ genannt, weil er so geniale Visionen haben konnte“. Ihm verdankt er die Geschäftsidee, den Digitaldruck mit ins Portfolio zu nehmen. Der heutige Ausbau des Druckbereichs auf die Genius 52UV ist die attraktive Erweiterung zum bestehenden Digitaldruck. Der Digitaldruck ist eine hervorragende Technik, um zu personalisierten Ausgabemedien zu kommen. Printing on demand ist hier das bekannte Stichwort. Auch für Kleinstauflagen ist er selbstverständlich prädestiniert. Er hat aber den entscheidenden Nachteil, dass er hochaufgelöste Druckdaten nicht in der Qualität vervielfältigen kann, die der Kunde vom Offsetdruck her gewohnt ist und berechtigterweise auch erwartet. Er, der Kunde, will eben nicht, dass es aussieht, als seien im Digitaldruck mal eben ein paar Abzüge gemacht worden. Der Wunsch des Kunden ist vielmehr, dass die Nachdrucke möglichst genau an die vorhandenen Drucke herankommen und eine hervorragende Qualität aufweisen.
1999 wurde die erste Digitaldruckmaschine angeschafft. 2003 folgte bereits die neueste Variante. Der Digitaldruck wurde damit zum zweite Standbein und ersetzte die wegbrechenden Reproaufträge nachhaltig. Das Unternehmen konnte hiermit nicht nur Mediendesign und Medienoperating (Druckvorlagenherstellung, Satz, Lithografie und Digitalisierung) betreiben, sondern erstmals auch Medientechnik in Form von Druck- und Logistik-Dienstleistungen anbieten.
Die Kunden des Medienhauses SGV Reprostudio kommen überwiegend aus der Region NRW. Die Firma hat sich durch ihre Dienstleistungen im Reprobereich aber auch einen Namen im gesamten Bundesgebiet aufgebaut. Fachmännisch bedient die hochmotivierte und kreative, junge Mannschaft die Industrie, Werbeagenturen und Druckereien, die selber den Bereich Digital-, UV- und Kleinformat -Offsetdruck nicht abdecken.