08.02.2007

Zweidimensional in die Zukunft
KVP, Kiel erfüllt DataMatrix-Code Pflicht mit KBA-Metronic Inkjet Druckern

Ab 2008 ist es Pflicht. Nach Vorgabe der IFAH ( International Federation of Animal Health) müssen alle Verkaufsverpackungen von veterinärmedizinischen Produkten mit dem DataMatrix-Code versehen sein. Grund ist die höhere Informationsdichte und die damit verbundene, verbesserte Produktsicherheit. Bei KVP in Kiel ist man heute schon so weit. Nach umfangreichen Tests hat man sich entschlossen den DataMatrix-Code mit dem Tintenstrahldrucker alphaJET von KBA-Metronic aufzubringen.

Im hohen Norden Deutschlands produziert KVP, eine 100%ige Tochter des Bayer Konzerns Pharma und Veterinär Produkte. Es ist der größte Fertigungsstandort und Logistikzentrum für Tierarzneimittel des Bayer Konzerns. Etwa 150 Produkte in ca. 800 Darreichungsformen werden von den 450 Mitarbeitern in Kiel gefertigt. Das Produktsortiment ist dabei ebenso vielseitig wie die Arten der Herstellung, angefangen von festen Stoffen über Flüssigkeiten, pastöse Präparate bis hin zu Aerosolen und Spritzgussprodukten. Verpackt werden die Artikel hauptsächlich in Faltschachteln, Blister, Schlauchbeuteln, Flaschen, Kanistern und Kunststoffbehälter. Die Anzahl der verpackten Einheiten summierten sich im Jahr 2005 auf über 40 Millionen Stück.

Blick in eine Verpackungslinie bei KVP: Die Kartoniermaschine richtet die Faltkartons auf, bestückt diese mit Medikamenten bzw. Packungsbeilagen und verschließt sie.
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„DataMatrix-Code wird Pflicht“ Christian Riediger, Dipl.-Ing. Elektrotechnik

Bei der individuellen Kennzeichnung der Produkte beschritt man bisher die üblichen Wege. Heißprägegeräte, Thermotransferdrucker oder Inkjets versahen die Produkte an jeder Abfüll- bzw. Verpackungslinie mit MHD, Chargennummern oder auch einer Preisangabe. „Das wird sich in Zukunft ändern“, so Christian Riediger, projektverantwortlicher Ingenieur bei der KVP.
„Ab 2008 müssen laut einer Vorgabe der IFAH alle Verkaufs-Verpackungen von veterinärmedizinischen Produkten in Europa mit dem zweidimensionalen Data-Matrix Code versehen sein“. Ziel dabei ist es, mehr Platz für variable Daten zu erhalten um zusätzlich die GTIN-Nr. (Global Trade Item Nr.) in die variablen Daten zu integrieren. Die GTIN löst den EAN Code ab und ist eine international abgestimmte, einheitliche und weltweit überschneidungsfreie 8-, 13- oder 14-stellige Artikelnummer für Produkte und Dienstleistungen.
Sie bildet die Grundlage für den Einsatz der Scannertechnologie und erleichtert wesentlich die elektronische Kommunikation. Sie ermöglicht eine exakte und schnelle Rückverfolgung.

Vorreiterrolle im Bayer Konzern

Für die Einführung des DataMatrix-Codes ist KVP als Testpilot für den gesamten Bayer Konzern vorgesehen. „Es war deshalb besonders wichtig ein Profil zu erstellen welche genauen Anforderungen wir an das Druckbild stellen, wo und mit welchen Geräten der Code aufgebracht werden soll“, so Christian Riediger. Im Pflichtenheft wurden dann folgende Punkte festgehalten. Das Druckbild muss kratzfest sein und eine hohe Haftfähigkeit besitzen um beim Transport und beim Handling den Reibungskräften und dem aggressiven Fingerschweiß stand zu halten.
Ein weiterer Punkt war der Kontrast, der besonders hoch sein muss um eine optimale Lesefähigkeit zu erzielen. Und besonders wichtig war die Codegüte, d.h. die Druckqualität, bei der nach Vorgaben von KVP auf einer Klassifikationsskala von A bis F, allenfalls C akzeptiert wird. Wo optimal gekennzeichnet wird, war schnell klar. Direkt auf die aufgerichtete und befüllte Faltschachtel. Auf dem Weg zur Umverpackung ist viel Platz, man muss keine besondere Maschinengegebenheiten berücksichtigen und nicht in den Verpackungsprozess eingreifen.
Damit war man automatisch auf berührungslose Kennzeichnungssysteme festgelegt. Das machte auch Sinn, denn bei der Vielzahl unterschiedlicher Verpackungseinheiten und –größen wäre es gewagt mit großem Aufwand z.B. einen Thermotransferdrucker einzusetzen und zu riskieren, dass bei Produktwechsel Falzkanten oder ähnliches das Druckbild beeinflussen.

  
Ein kommunikationstarkes Team: der Tintenstrahldrucker alphaJET C von KBA-Metronic und das Kamerasystem von PCE.
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Christian Riediger, projektverantwortlicher Ingenieur, ist mit dem Ergebnis des Projektes sehr zufrieden.
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Testsieger alphaJET

„Wir haben uns intern für Tintenstrahldrucker entschieden“, so Christian Riediger. „Der Laser bot uns zu wenig Flexibilität. Wir müssten ein Farbfeld vordrucken oder einen speziellen Lack verwenden um einen guten Kontrast zu erreichen. Außerdem haben wir über 800 verschiedene Packmittel auf Lager, die wir nicht austauschen wollten. Für unsere internen Tests haben wir sechs Inkjets von bekannten Herstellern ausgewählt. Wichtig war uns neben den bereits erwähnten Anforderungen die Möglichkeit, den Inhalt des Data-Matrix Codes inline zu ändern. Außerdem sollte sich das Gerät leicht in die Linie integrieren lassen und die Kommunikation zwischen der Kamera und dem Inkjet System musste programmierbar sein. Nach zahlreichen Versuchen stand der alphaJET von KBA-Metronic als das für uns am besten geeignete Gerät fest“. Angegangen wurde das Projekt „Data Matrix“ bei KVP Mitte 2005. Die Software für ein übergeordnetes System wurde von PCE entwickelt und schnell zur Einsatzreife gebracht. Ein Jahr später, seit Mitte 2006 sind 15 alphaJET in Ein- und Zweikopfversion im Einsatz.

Ab 2008 müssen alle tiermedizinischen Verkaufsverpackungen mit einem zweidimensionalen DataMatrix-Code versehen sein.
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Erfolgreiches Projekt

„Zum jetzigen Zeitpunkt kann man bereits sagen, dass Planung, Entwicklung und Umsetzung erfolgreich waren“, meint Christian Riediger. „Die alphaJET laufen problemlos und erfüllen alle Anforderungen auch im alltäglichen Mehrschichtbetrieb. Die Geräte sind befüllt mit MEK Hafttinte, welche – bedingt auch durch die kleineren Tropfen – mit sehr guten Eigenschaften aufwartet. Die Punkte sind sauber gesetzt, ergeben einen hohen Kontrastwert und sind besonders abriebfest. Die Druckqualität ist gut und erreicht die Klassifizierung C der ISO 15415.
Mit den Zweikopfanlagen, die auch 2-Linien-fähig sind bringen wir neben dem DataMatrix-Code noch MHD und Chargennummer sowie die GTIN-Nr. in Klarschrift auf. Wir sind jedenfalls der Meinung mit dem alphaJET die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Während des laufenden Betriebes haben wir festgestellt, dass die Geräte durch ihre Lösemittel-Rückgewinnung ein beachtliches Sparpotential beinhalten. Der Lösemittelverbrauch ist bei gleichbleibender Einsatzdauer gegenüber unseren vorher eingesetzten Geräten deutlich zurück gegangen. Das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht erfreulich, auch die Emissionswerte an den einzelnen Stationen sind geringer.
Wir sehen den DataMatrix-Code auf unseren Verkaufsverpackungen nicht nur als lästige Pflichterfüllung der Vorgabe einer Institution, sondern auch einer Chance für die Zukunft. So ist es z.B. durchaus möglich variable Daten in diesem Code zu verschlüsseln und damit unterschiedliche Informationen auf jede einzelne Verkaufsverpackung aufzubringen. Ein 24er DataMatrix-Code kann bis zu 52 ASCII Zeichen oder 60 Zahlen beinhalten. Nachdem die Umstellung keinerlei Probleme bereitete werden wir nun sukzessive weitere Linien mit dem alphaJET ausrüsten.
Wir sind zudem froh mit KBA-Metronic einen deutschen Partner an unserer Seite zu haben, der sehr nahe am Geschehen ist und der bei Bedarf auch unsere technischen Weiterentwicklungen aktiv beeinflussen kann.

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