Mit Erfahrung und handwerklichem Können werden in der Sektkellerei Ohlig in Rüdesheim bereits in der dritten und vierten Generation Sekte für ein anspruchsvolles Kundenklientel hergestellt, das Wert auf höchste Qualität legt und das Besondere liebt.
Die traditionsreiche Sektkellerei Ohlig in Rüdesheim war schon immer offen für Innovationen und Modernes. Nun wurde ein Qualitätssicherungssystem eingeführt, das die Rückverfolgbarkeit der Produkte gewährleistet. Eine deutliche, haltbare Kennzeichnung ist dafür unverzichtbar. Bei der exakten Bedruckung der Sektflaschen sorgen Drehgeber von Wachendorff für die richtige Position und Tintenstrahldrucker von KBA-Metronic für den richtigen Druck.
Das Unternehmen wurde 1919 am heutigen Standort gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. 2 Millionen Flaschen Sekt verlassen derzeit pro Jahr den Rüdesheimer Betrieb – Tendenz steigend. Hauptabsatzmarkt ist Deutschland, aber zunehmend werden auch andere Länder auf die herausragende Qualität der deutschen Erzeugnisse aufmerksam.
Feinste Weine werden in Rüdesheim zu Sekt vergoren. In dem mehr als 100 Jahre alten Gewölbekeller unter dem Firmengebäude liegen in klassischer Flaschengärung hergestellte Sekte. Weitere Hektoliter der prickelnden Tropfen reifen in fest eingebauten oder freistehenden Tanks und in Fässern überall im stattlichen Firmengebäude, dessen Inneres eher einer herrschaftlichen Villa als einem Produktionsbetrieb gleicht.
Hohe gesetzliche Anforderungen für Kennzeichnungen im Lebensmittelmarkt
Lebensmittel unterliegen heute einer ganzen Reihe strenger Verordnungen zum Schutze der Verbraucher; dazu gehört auch die sogenannte Loskennzeichnungspflicht, die eine eindeutige Rückverfolgbarkeit von Waren beinhaltet. Die entsprechende Kennzeichnung muss per Gesetz gut sichtbar und deutlich lesbar aufgebracht werden. Das ist kein Problem auf glatten und planen Oberflächen, wie beispielsweise auf Milchtüten. Bei Flaschen ist das wesentlich schwieriger. Zum einen ist Glas als nichtsaugendes Material ein denkbar schlechter Untergrund für eine Bedruckung, zum anderen sind Glasflaschen gewölbt und während des Abfüllvorgangs zusätzlich auch noch nass. Das stellt besondere Anforderungen an die eingesetzten Kennzeichnungsgeräte.
Berührungsloser Druck mit schnelltrocknenden Farben
Heinz Bubeck, technischer Betriebsleiter der Sektkellerei Ohlig, setzt bei der Abfüllung der unterschiedlichen Sekte aus den Fässern und Tanks in Flaschen auf modernste Technik. Entscheidend ist, dass durch den Schutz vor Oxidation die edlen Tropfen möglichst lange lagerfähig und frisch im Geschmack bleiben. So schafft die moderne Abfüllanlage bis zu 20.000 Flaschen pro Tag inklusive Qualitätskontrolle – und inklusive Bedruckung der Flaschenböden.
Das Problem der Tintenhaftung auf feuchten Flaschen (verlaufende Schrift) gehört inzwischen der Vergangenheit an. Dass die Kennzeichnung jetzt problemlos aufgebracht werden kann, hat Heinz Bubeck der KBA-Metronic AG zu verdanken. Der Veitshöchheimer Spezialist für Druck- und Kennzeichnungssysteme integrierte frei programmierbare Tintenstrahldrucker aus der Serie alphaJET in die vorhandene Abfüllanlage. Berührungslos werden jetzt Ziffern und Zeichen mit weiß pigmentierter Tinte auf dem gewölbten Flaschenboden aufgebracht und trocknen dort sofort vollständig ab. Beim weiteren Weg der Flasche kann die Markierung nicht mehr abgewaschen oder verwischt werden.
Mit bloßem Auge kann man eine Flasche in der Abfüllanlage nicht verfolgen. Bei diesen hohen Geschwindigkeiten ist Präzision umso wichtiger. Damit sich die Flasche zum Zeitpunkt der Kennzeichnung in der richtigen Position befindet, hat Michael Stingl, Gebietsverkaufsleiter bei KBA-Metronic, einen industrierobusten Drehgeber der Firma Wachendorff, Geisenheim, installiert. Greifer heben die Flaschen, die sich auf einem Karussell befinden, nacheinander hoch, so dass der Boden nach oben zeigt. Der Drehgeber misst dabei exakt den Weg, den die Flaschen zurücklegen, damit der Druckvorgang genau in dem Moment startet, in dem der Flaschenboden den Druckkopf des Inkjet passiert. Anschließend werden die Flaschen wieder in die Ursprungsposition abgesetzt und in die eigentliche Abfüllstation befördert, in der sie mit Überdruck befüllt und sofort verschlossen werden.
Wichtige Elemente der Qualitätssicherung
Schließlich kommt als letzter Schritt in der Anlage die Qualitätskontrolle. Dort ist ein weiterer Drehgeber von Wachendorff im Einsatz. Eine Kamera überprüft hier den Füllstand der Flaschen. Wenn sich zu wenig Sekt in der Flasche befindet, wird sie per Druckluft vom Band geschoben. Damit der Luftstoß genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, misst auch hier ein Drehgeber den exakten Weg der Flasche und löst dann zum perfekten Zeitpunkt den Druckluftstoß aus.
Durch die eindeutige Kennzeichnung der Flaschenböden kann Karlheinz Bubeck nun auf einen Blick erkennen, wann die Flasche abgefüllt wurde und darüber hinaus zuordnen, welche Flaschen und welche Korken verwendet wurden.
Für Karlheinz Bubeck hat sich die Kombination aus den flexiblen Tintenstrahldruckern von KBA-Metronic und den robusten Drehgebern von Wachendorff in der Praxis bestens bewährt. Trotz des immensen Flaschendurchlaufs arbeitet das pflegeleichte Kennzeichnungssystem sehr zuverlässig. Dank des geringen Tintenverbrauchs und der serienmäßigen Lösemittelrückgewinnung der alphaJET C-Serie wurden die Ausgaben für Verbrauchsmittel sogar deutlich reduziert.
Die Drehgeber, die innerhalb der Abfüllanlage ständiger Nässe ausgesetzt sind, halten – mit Schutzart IP 67 ausgestattet – den Rahmenbedingungen problemlos stand. Durch eine optimale Verbindung von Mechanik, Optik und Elektronik gehören die Wachendorff-Produkte zu den sichersten und robustesten Komponenten, die in diesem Bereich derzeit verfügbar sind.